Folge 9: Nachhaltig, innovativ, zukunftsfähig – Architekt Markus Lager, Vorreiter für modernen Holzbau

Shownotes

Er ist so etwas wie ein Vorreiter in Deutschland, wenn es um moderne Holzarchitektur geht: Professor Markus Lager. 2008 schloss der 47-Jährige sein Architekturstudium an der Technischen Universität Braunschweig ab und ist seit 2011 Mitglied in der Architektenkammer Berlin. Von 2020 bis 2022 bekleidete er die Gastprofessur für Innovationen im Holzbau an der Universität Stuttgart. Seit dem Wintersemester 2023 ist er als Professor für interdisziplinären Holzbau an der FH Erfurt tätig. Zudem ist Markus Lager Jurymitglied beim Holzbaupreis Baden-Württemberg. Seit 2021 betreibt er gemeinsam mit seiner Partnerin Ramona Schwertfeger das Architekturbüro LAGERSCHWERTFEGER in Berlin, das sich auf innovatives und modernes Bauen mit dem klimafreundlichen Baustoff Holz spezialisiert hat.

In der neunten Ausgabe von „Unser Holz“ spricht Tine Kiefl mit Markus Lager über regionale Unterschiede im Holzbau, warum der Baustoff Holz eine immer wichtigere Rolle im Bauwesen spielt und wie sich ‚Schönheit‘ in der Architektur definieren lässt.

LAGERSCHWERTFEGER GmbH, Berlin https://www.lagerschwertfeger.de/ https://www.instagram.com/LAGERSCHWERTFEGER/

FH Erfurt, SPENI (Speculative Engineering Institute) https://speni.de/machine-extended-caring https://www.instagram.com/speculativeengineering/

Holzbauoffensive / Holzbaupreis Baden-Württemberg https://www.bhundf.com/de/holz/bauten/rathaussteg-tuttlingen

Deutschlands erstes Holz-Hybrid-Hochhaus https://www.holzbauoffensivebw.de/de/frontend/product/detail?productId=4

Holzparkhaus Wendlingen https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/wirtschaft/ein-parkhaus-in-wendlingen-als-leuchturm-fuer-den-holzbau/

Rathausbrücke Tuttlingen https://www.bhundf.com/de/holz/bauten/rathaussteg-tuttlingen

Transkript anzeigen

00:00:01: Unser Holz.

00:00:02: Gut fürs Klima, gut für dich!

00:00:06: Der Podcast über die Klimaschützer

00:00:08: Wald und Holz.

00:00:11: Herzlich willkommen zur neunten Folge unseres Podcasts.

00:00:15: Unser Holz, gut fürs Klimagut für Dich in dem es auch heute ums Bauen mit Holz geht.

00:00:20: Mein Name ist Tine Kiefel.

00:00:21: ich bin gelernt Försterin und mein heutiger Gast ist Professor- und Architekt Markus Lager.

00:00:27: herzlich Willkommen Herr Lager.

00:00:28: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:29: vielen dank dass ich hier sein

00:00:30: kann.

00:00:31: Hinter dem Professor und Architekt steckt natürlich noch viel mehr.

00:00:34: Ich versuche mal ein paar Eckpote zusammenzufassen.

00:00:38: Nach dem Studium der Architektor an der TU Braunschweig betreiben Sie mittlerweile das Büro Lagerschwertfeger in Berlin, Hatten eine Gastprofessur für Innovation im Holzbau in Stuttgart und sind seit dem Jahr- und Jahrzehnten Professor von interdisziplinären Holzbau an der FI Erford.

00:00:55: Außerdem im Bund deutsche Architektinnen und Architekten BDA, und Jury Vorsitzender des Holzbaupreises Baden-Württemberg-Zweißen-Sächsen-Zwanzig.

00:01:03: Aber angefangen haben auch Sie mit der Hand am Arm!

00:01:07: In der letzten Folge habe ich mich mit einer Schreinerin unterhalten – sie Als Zimmermann angefangen, richtig?

00:01:13: Richtig.

00:01:14: Und welche Erfahrungen haben Sie als Zimmermann gemacht die sie bis heute nicht missen möchten?

00:01:21: Naja erst mal die Erfahrung was Handwerkerisarbeiten überhaupt bedeutet also wie lange dauern Abläufe?

00:01:30: jetzt möchte ich nicht sagen oder nicht daraus Schluss gefolgert haben dass ich ein einser Zeitplaner bin aber ich habe zumindest Verständnis dafür das Vorgänge Zeitraum X brauchen, um entstehen zu können und das ist auf der Baustelle natürlich enorm wichtig.

00:01:44: Zudem ist es wichtig dass man weiß, dass gerade die Vorgänge auf der Baustelle auch eine physikalische Möglichkeit benötigen, sprich einen Kran oder ein Hebezeug oder überhaupt die Voraussetzung.

00:01:57: wir hatten gerade in der Baustelle mit einem großen Wetterschutzdach – das ist ein Riesenthema gerade im Holzbau.

00:02:02: Das kann man alles viel besser einschätzen meines Erachtens wenn man eine handwerkliche Ausbildung vor dem Studium oder nach dem Studiums, wann auch immer Genossen hat.

00:02:13: Ich kann das aber generell empfehlen einen Handwerk zu lernen nicht nur um dann darauf zu studieren denn es ist natürlich eine relativ elitäre Betrachtung unserer Bildungslandschaften wenn man sich beides gönnt sag ich mal.

00:02:24: Aber auch ohne folgendes Studium ist natürlich ein Handwerksberuf eine grundsätzlich gute Sache und wahrscheinlich durch Nachfrage auf florierendes Geschäft

00:02:35: Ja, die Zimmerleute, die wirken ja manchmal.

00:02:38: Also vielleicht auch durch diese schöne Kluft so auf der Art zu traditionell und dann entsteht ja so ein Dachstuhl jetzt

00:02:45: auch

00:02:46: heute noch fast genauso wie vor hundert oder hunderten Jahren?

00:02:49: Oder liege ich da falsch?

00:02:51: Der Aufbau funktioniert natürlich ein bisschen effizienter aber im Grunde genommen ist bei einem konventionellen Wenn man jetzt an Einfamilienhäuser denkt, dann hat das schon noch eine große Ähnlichkeit.

00:03:01: Die Verbindungsmittel sind natürlich viel moderner geworden und auch die Präzision der Hölzer ist natürlich ein geprüftes Bauprodukt.

00:03:09: Das war vor hunderten von Jahren noch nicht auf dem Level aber natürlich die handwerkliche Entstehung ist natürlich schon dezent fortgeschritten sag ich mal.

00:03:18: Genau!

00:03:19: Also wie würden Sie das beschreiben?

00:03:20: Was ist eigentlich das Besondere oder vielleicht tatsächlich auch das Moderne?

00:03:25: an diesem Beruf heutzutage?

00:03:27: Das moderne kann man eigentlich ganz gut fassen.

00:03:30: Also das traditionelle hatten wir, natürlich sind es immer noch meistens Stabtragwerke.

00:03:38: Sie sind Försterin und schneiden die Bäume ab oder sorgen dafür dass sie abgeschnitten werden.

00:03:44: Die Hölzer, die im Holzbau verbaut werden in der Architektur sind zum Großteil auch noch Stäbe und bilden dann zusammen ein Starbtragwerk aus eben starbförmigen Bauteilen.

00:03:53: Jetzt muss man allerdings sagen seit den frühen zweitausender Jahren hat sich das Rett Speerholz auch etabliert auf dem Markt und in einer Architektor.

00:04:01: Das ist eine andere Rangingsweise weil da hat man Flächen- und flächige Baustoffe Ein ziemliches Novum im Holzbau, eben in dektauertem Jahr.

00:04:12: Aber was Starbtragwerke angeht ist das der moderne Aspekt darin zu sehen dass gerade im Holzbau die Digitalisierung wenn es ein bisschen komplizierter und komplexer wird sehr Hand in Hand geht mit dem Handwerk.

00:04:24: also will sagen in ambitionierten Handwerksbetrieben gibt es oft Leute die nur vor Programmen sitzen die auch Architektinnen benutzen um ihre Fräsen zu Skripten oder ihre Maschinen anzusteuern, weil man natürlich maschinell andere Präzision in Verbindungen realisieren kann als man das mit der Hand konnte.

00:04:41: Also sind die Maschine nicht unbedingt jetzt nur im Sägewerk vor Ort sondern auch wirklich in Zimmereibetrieben?

00:04:47: Genau!

00:04:48: Die sind absolut auch in den Zimmereibetrieben verortet.

00:04:50: also die Sägewerke konfektionieren ja das Bauholz so grob vorsäuge ich mal und der eigentlich abbund gerade in der Zimmerrei.

00:04:57: findet ja seit jeher in den Betrieben oder auf der Baustelle im Boden statt.

00:05:02: Genau, und der ist eben nicht immer aber in vielen Betrieben relativ automatisiert was dann eben den traditionellen Weg so ein bisschen verlässt aber eben auch eine höhere Präzision erreicht bis hin zu einem Status wo man Verbindungen ermöglicht die man mit der Hand gar nicht herzustellen in der Lage ist.

00:05:19: Und was würden Sie sagen?

00:05:21: Worin unterscheiden sich denn die heutigen Bauaufgaben im Vergleich jetzt zu vor zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren?

00:05:28: Und warum sehen Sie da oder sehen Sie erst recht immer noch das Holz als wichtigen Baustoff.

00:05:34: Das Holz war ja immer wichtiger Baustoff.

00:05:38: In den letzten, weiß ich nicht, achtzig Jahren vielleicht hat es ein bisschen an Bedeutung verloren oder ist aus dem Fokus geraten weil andere Baustöfe sich als vermeintlich praktischer erwiesen haben bis man halt angefangen hat hinter die Kulissen zu gucken und gesehen hat wir verbrauchen und imitieren so viel CO-Zwei.

00:05:54: und da ist das Holz natürlich global gesehen ein enormes Potenzial, weil es eben Kohlenstoff in sich trägt, in sich speichert während des Wachstumsvorgangs.

00:06:03: Und wir somit die Gebäude, die wir bauen je nach Anteil Holz zu Kohlenstoffspeichern machen können und somit uns zumindest bei der Beantwortung der Frage wie wir mit dem Kohlenstoffhaushalt global umgehen, uns zumindest Zeit

00:06:17: verschaffen.".

00:06:18: Man muss natürlich ehrlicherweise sagen, dass der Kohlenstoff nur zwischengespeichert ist und irgendwann wenn das Holz halt wieder der Atmosphäre schlimmstenfalls thermisch zugeführt wird setzt es natürlich CO² auch wieder frei.

00:06:33: aber für die Nutzungsdauer der Gebäude oder der Folgegebäude die man ja aus den Materialien auch weiter konstruieren kann.

00:06:41: Ist es eben gebunden?

00:06:42: Der Kohlenstoff macht den Holzbau global heute zu einem Riesenpotenzial für die Beantwortung der Klimafrage.

00:06:50: Dazu kommen natürlich die Aspekte, dass man mit der Verwendung von Holzbeton oder andere Baustoffe substituiert, die dann also nicht nötig werden weil man sie mit Holz ersetzt.

00:07:01: Das heißt, die graue Energie, die darin enthalten wäre, die fällt dann gar nicht erst an, weil man den Beton an dieser Stelle nicht

00:07:07: braucht.".

00:07:08: Sie waren zusammen mit Jochen Stahl hatten Sie die Gastprofessur?

00:07:12: für Innovation im Holzbau.

00:07:13: Ich habe es in der Einleitung schon angedeutet, von zwei Jahrzehnte bis zweitausendzweiundzwanzig.

00:07:19: Was hat sich denn in den zwei Jahren getan?

00:07:20: Welche Impulse konnten Sie da geben und wie ging und geht es weiter in Sachen Innovationen?

00:07:26: Das ist interessant weil ich kaum gerade von der Ausstellung sechs Jahre Restprofessorin im Holzbau, der Jochen Stahl und ich durften das erste Tandem besteigen.

00:07:35: mittlerweile gibt es mehrere weitere Und wir haben uns damals gewidmet vor allem einerseits entwürfen im Holzbau, andererseits aber auch in den eher seminaristischen Arbeiten.

00:07:49: Also klassische Verbindungen analysiert in Gebäuden unter der Fragestellung analysiert wie das in heutigen Anforderungen zu Recht käme.

00:07:58: diese Verbindung also sprich kann man Leitungen dort durchführen?

00:08:01: irgendwo muss ja nicht durch die Verbindung geführt werden, aber wäre es möglich in diesen Konstruktionen in den Decken aufbauten oder so, wäre es dann möglich zum Beispiel Leitungen zu verliegen.

00:08:10: Das ist heute viel mehr Anforderung als zur Entstehungszeit der Fachwerkhäuser, auf die wir uns referenzieren.

00:08:16: Das hat uns sehr beschäftigt und da haben wir viel experimentiert.

00:08:19: Die Studentinnen viel analysieren lassen, nachforschen lassen und viel Gehirnschmalz reingesteckt.

00:08:24: Und wird das heute gemacht?

00:08:25: Also werden Leitunge in Holzboden?

00:08:28: Die werden verlegt, es geht darum.

00:08:31: Es gibt natürlich darum die nicht im Innenholz zu verlegen sondern der Holzbau ist ja so lange er Stabtragwerk ist.

00:08:37: Gibt es immer Zwischenräume in Balkenlagen oder bei gestapelten Konstruktionen und bei den Seminaren ging es darum in wie weit man die mitunter nicht ganz so kleinen Leitungen durch diese Aufbauten führen kann sodass sie mit der Konstrukion auch einhergehen einen schönen Raum ergeben, denn wir sind ja Architektinnen und deswegen ist unser Anliegen natürlich auch schöne Räume zu entwerfen in denen man sich wohlfühlt.

00:09:01: Aber ohne das Holz jetzt natürlich zu beschädigen?

00:09:05: Genau!

00:09:06: Die Verbindung dazwischen, die Räumel dazwingen zu finden.

00:09:11: Welche Planungsgrundsätze in der Holzarchitektur vermitteln Sie dann Ihren Studierenden und inwieweit spielt da interdisziplinäres Planen mit hinein?

00:09:23: sehr zentrale Rolle beim Holzbau.

00:09:26: Wir machen das im Büro, ich betreibe meinen Büro in Berlin mit der Ramona Schwertfeger gemeinsam, meiner Partnerin.

00:09:32: auch da machen wir es so dass wir sehr früh uns mit den Ingenieurinnen die eben natürlich auch an der Planung beteiligt sind also Tragwerksplanerinnen, Bauphysikerinnen, Plannerinnen der technischen Gebäudeausrüstung mit denen setzen wir uns sehr früh zusammen und entwickeln eben gemeinsame Konzepte wo wir schon abfragen wie groß denn die Leitungen sind die wird zum Beispiel durch Tragwerke hindurchzuführen haben oder wo die überhaupt genau hin müssen, damit wir wissen wie können wir so entwerfen dass es da auch ästhetisch ankommt?

00:10:01: und das gleiche Prinzip vermittle ich auch den Studentinnen.

00:10:05: Auch da geht es darum einerseits interdisziplinär zu planen und zu denken.

00:10:10: Das passiert durch Integration von BauingenieurInnen beispielsweise oder teilweise sogar Försterinnen oder Studentinnen der Forstwirtschaft.

00:10:17: Hinzu kommt natürlich eine Grundlagen Ausbildung machen wo die Studentin entlernen, wie Holz gefügt wird oder wie die Philosophie der Erfügung ist.

00:10:26: Zudem machen wir neben dieser Grundlagenausbildung viel... Wir haben das eine FA-Erfurt des Espeni Institute gegründetes Speculative Engineering Institute.

00:10:36: und da geht es darum spielerisch experimentell probieren Prüfendverbindungen zu entwickeln, wie man Holz eben als Holzholz Verbindung oder auch übrider Natur gerne unter Verwendung von Roboter Technik wie man so Verbindungen neu interpretieren kann und neu fügen kann.

00:10:53: Also ist tatsächlich konkret jetzt Holzverbindungen oder auch Verbindung mit ganz anderen Materialien noch mit dabei?

00:10:59: Genau, ja!

00:11:00: Oder wir verbinden auch unterschiedliche Hölzer miteinander zum Beispiel Schwach- oder Rundhölzer... Ihnen sagt das was.

00:11:08: Rundhölzer sind eigentlich abgeschnitten Bäume und Schwachhölzern, sind solche Bäume die weniger als zwanzig Zentimeter Stammumfang haben und damit nicht in der Bauwirtschaft eigentlich Anwendung finden.

00:11:18: Wir sind eigentlich zu klein als dass man daraus effektiv Bretter schneiden könnte und wir haben Versuche gemacht wo wir diese Hölzer verwendet haben und eben mit anderen Baustoffen oder anderen Hölztern so kombiniert haben, dass man diese schwache Hölze gut in einen Tragwerk integrieren kann.

00:11:33: Spannend, habe ich noch nie so gehört.

00:11:36: Und wurde das irgendwo schon konkret angewandt?

00:11:39: So ein Tragwerk aus Rundfelsern

00:11:41: oder?

00:11:41: Ja genau also.

00:11:42: wir haben an der Fachhochschule Erfurt damit einen Dach-Tragwerk für den eigenen Außenbereich als Werkstattbereich umgesetzt.

00:11:49: es gibt aber eine Vielzahl von sozusagen mal Gebäuden die Unterstände oder Werkstätten.

00:11:57: Man kann natürlich damit keine Gebäude bauen, wie man sie hier in der Stadt so sieht.

00:12:01: Hier wo alles gerade ist und das geht damit nicht so ohne Weiteres sondern es sind eher, da sind nicht nur Pavelione aber die Gebäuden die halt eingeschossig sind oder eine einfache Nutzung

00:12:13: haben Und die dann auch so ein bisschen charmant, nicht ganz gerade sein dürfen.

00:12:18: Die

00:12:18: sind in der Regel auch nicht ganz grade.

00:12:20: Also man kann natürlich damit auch gerade Flächen herstellen, zumindest partiell aber in den Regeln kommen die doch recht irregulär daher.

00:12:30: Ja kommen wir zum Holzbaupreis Baden-Württemberg.

00:12:32: dieser wird seit dreißig Jahren ausgelokt und sie waren in diesem Jahr Vorsitzende der Jury.

00:12:37: Wer hat den Preis in diesen Jahr gewonnen?

00:12:39: Wir haben nach intensiver Diskussion vier Projekte ausgezeichnet, es werden ja immer Projekter ausgezeichnete.

00:12:44: Das finde ich erwähntenswert weil das weggeht von der Preisträgerschaft nur durch Architektinnen sondern es werden immer die ganzen Teams beziehungsweise die Projekten eben ausgezeichnen und es kommen in der Regel Bauherrinnen, Ingenieurinnen usw.

00:12:59: auf die Bühne dass sich sehr schön findet und sehr begrüße.

00:13:02: wir haben also einen Tag lang intensiv diskutiert vorher überhaupt eine Shortlist erstellt und es gehen vier Holzbaupreise gleichen Rammes an die Projekte Nordgrün, Wohnbebauung als Aufstockung in Holzbauweise.

00:13:16: Dann hat einen Preis erhalten das Projekt Zero Bürogebäude in Modulbauweise in Stuttgart.

00:13:22: dann hat das Holzparkhaus der Zukunft einen Preis erhalten also ein Parkhaus aus Holz und die Rathausbrücke in Tuttlingen und ist damit glaube ich das erste Ingenieur Bauwerk was einen Holzbaupreis gewonnen hat was wir natürlich sehr begrüßt haben.

00:13:37: Bei dem Projekt Nordgrün handelt es sich um eine Aufstockung eines relativ profanen Gewerbegebäudes in Karlsruhe.

00:13:44: Architekten an Drescher Michalski aus Karlsluhe, die Tragwerksplanerschuler Ingenieurbüro für Bautechnik ebenfalls aus KarlSruhe und gefallen hat uns diese sehr simple Anwendungen des Holzbaus aber sehr smarte Anwendung und ich fasse das jetzt in eigenen Worten zusammen – Die Adelung eines so profanem Gewerbelaus mit eben darüber liegenden Wohnbau, dann jede der Zuhörerinnen kennt.

00:14:07: Gewärmegebiete wahrscheinlich zu genüge und dieses Projekt zeigt eben auf das auch solche Gebiete geadelt werden können und dass auch in solchen Gebieten Nachbarschaften entstehen können und eben qualitativer Wohnraum dort entstehen kann, der zudem auch noch leistbar ist was ja in unseren Zeiten eine sehr zentrale Rolle spielt.

00:14:27: also das alles ist vereint im Projekt Nordgrün und darum hat es den Holzbaupreis bekommen.

00:14:34: Dann gibt es das Projekt Zero, eben im Bürogebäude in Holzmodulbauweise steht in Stuttgart von Riele-Köth Architekten und dem Tragwerksplanungsbüro Märzglei und Partner aus Dornbirn und das Projekt zeigt wie nachhaltig modern zukunftsweisend Büro oder Gewerbebau eigentlich stattfinden kann.

00:14:53: also wir kennen alle die Business Parks an allen Flughälfen Der Welt möchte ich sagen und dass sich diese Disziplin in der Architektur so ein bisschen ausgespielt hat, selber das konnten wir in den letzten Jahren beobachten.

00:15:05: Der Bürobau ist weitestgehend zum Erliegen gekommen.

00:15:09: da gibt es so gut wie keine Projekte mehr.

00:15:10: Ich weiß in Berlin stehen mehrere hunderttausend Quadratmeter Bürofläche leer Und die werden nicht vermietet weil es keinen Interessenten gibt.

00:15:17: Das ist natürlich unschön Weil es natürlich auch ein Indiz in die Wirtschaftslage ist.

00:15:21: aber gerade zurück zu Projekt Zero.

00:15:24: Das ist eben ein sehr wegweisendes Projekt.

00:15:26: gut solche Gewerbebauten und Bürogebäude ausgerichtet werden können.

00:15:30: Einerseits in der Bauweise, aber auch in der Bespielung, in der Grundrissentwicklung usw.

00:15:35: Mit dem Holzparkhaus der Zukunft in Wendlingen von Hermann & Bosch Architekten zusammen mit Knippers Helbig aus Stuttgart ist also Meilenstein eigentlich das falsche Wort weil es gibt ja noch gar keine Parkhäuser aus Holz.

00:15:48: Insofern ist das nicht ein Meilensteinen sondern eigentlich einen Auftakt für ebenfalls einen an sich recht profanen Bau der aber durch seine Beschaffenheit als Holzbau eben ja einen richtigen Sprung nach vorne macht.

00:16:01: Sehr nachhaltig ist.

00:16:03: dieses Projekt zeichnet vor allem aus, dass sofort von Anfang an mitgedacht worden ist das man sollte es eintreten und kein Parkhaus mehr braucht.

00:16:10: Das Gebäude in ein Wohngebäude umgenutzt werden kann.

00:16:13: durch die Anordnung der Treppenschächte usw.

00:16:16: ermöglichen die Architektinnen.

00:16:17: Dass das Gebäudeganz anders genutzt wird.

00:16:19: klar hätte man dann nicht ganz effiziente Deckenhöhe und so weiter aber dafür hat man halt relativ leicht und schnell einen Wohnraum erstellt, wenn man dann das Parkhaus nicht mehr braucht.

00:16:29: Das ist so ein zentraler Aspekt der in der Jury natürlich sehr begrüßt haben.

00:16:34: Und dann gibt es die Rathausbrücke in Tuttlingen, die eben zeigt dass der Holzbau auch im Bereich Ingenieurbauerwerk auch im Bereich Brücken zukünftig eine große Rolle spielt und eben auch dort vertreten sein kann.

00:16:45: Wir haben die ganzen Projekte natürlich prämiert weil sie eben auch ästhetisch hochwertig sind und nicht einfach nur aus Holz gebaut sind denn das konnte man an dem Tag der Diskussion in der Jury feststellen, also einfach nur aus Holz zu bauen.

00:16:58: Ist natürlich gut und richtig aber es reicht nicht mehr.

00:17:00: für das Erlangen eines Holzbaupreises da waren wir uns einig muss schon ein bisschen mehr kommen an Innovationskraft an Strahlkraft an Möglichkeit der Nachahmung und so weiter.

00:17:10: Also für mich ist jetzt gerade total spannend, wirklich das sich noch mal so bewusst zu machen.

00:17:14: Das es sich ja um Gebäude handelt, die man normalerweise tatsächlich wie sie auch gesagt haben als Bürger, also ich zumindest oft als sehr unästhetisch war, nicht mehr als kalt oder im Sommer zu heiß erinnert dann immer eher in so eine Betonbüste oder auch wenn's nicht beton ist andere Kunststoffmaterialien, wo ich mir so vorstelle okay, wenn da diese Seele des Holzes einfach auch leben darf, weil wir ja immer mehr uns natürlich auch umgeben müssen mit solchen wirtschaftlich effektiven Gebäuden oder wo eben auch was entsteht.

00:17:44: Was in der Industrie entsteht und so weiter finde ich sehr reizvoll.

00:17:47: Ja so wie Sie das sagen ist finde ich das auch sehr interessant, weil es vielleicht zeigt uns dass das in diesem Feld von solchen Profaren bauten also geht jetzt mehr an in Richtung Parkhäuser aufzustockende Gebäude, aber vielleicht zeigt uns das ein neues Feld darauf an Möglichkeiten die wir bisher noch gar nicht gesehen haben.

00:18:05: Die Zeit in der wir leben, in der Architektur kann ich das sagen.

00:18:09: Die ist sehr geldbestimmt also es muss alles sehr günstig sein.

00:18:12: Es wird alles sehr reduziert auf das absolut notwendigste und dann die Gründe dafür verstehen wir natürlich alle.

00:18:19: trotzdem ist es aus rein architektonischer Sicht manchmal ein bisschen schade dass man nicht sich des einen oder andere extra an Raum oder Material gönnt.

00:18:27: und vielleicht ist gerade da nämlich in der Wandlung von profanen sehr preis günstigen Betonbauten hin zu Qualität, also in der Materialqualität hochwertigeren Gebäuden aus Holz.

00:18:38: Vielleicht liegt da ein großes Potenzial?

00:18:41: Ja und die Ökologie haben wir jetzt noch gar nicht erwähnt.

00:18:45: Also sie ist hier so direkt.

00:18:47: Die Ökologie ist natürlich bei allen grundlegender Treibern.

00:18:50: Ich habe nämlich... also aus einer Kleinstadt, aus der ich komme, da sind große Parkplatzflächen jetzt entstanden auf einer ehemaligen Sumpfläche.

00:18:59: Wow, wie wäre das?

00:19:00: Das ist ein Oberschwaben.

00:19:01: Dieses Pfahlbautensystem jetzt mit so einem Holzparkhauster einfach auf diesen Sumpf zu stellen.

00:19:06: aber natürlich kommt auch der Gedanke es kostet ja einen Vermögen anders gewinnt man natürlich ganz viel dabei.

00:19:13: Das

00:19:14: wäre sicherlich eine Herausforderung, keine Gründungstechnik.

00:19:17: Aber auf der anderen Seite mit Sicherheit auch wirklich nicht unmöglich.

00:19:20: und klar wäre das Inholz noch... Ich kenne jetzt das Gebäude nicht aber wäre es ansehnlicher in Holz als...

00:19:26: Da gibt's kein Gebäudee!

00:19:27: Da gibst du ne große Parkplatzfläche, weil sie dieses Volksparkhaus in Wendlingen verbunden wird mit Pahlbauten usw..

00:19:35: Dann würde man natürlich an dieser Stelle den Parkplatz entsiegeln, die Fläche wieder freimachen.

00:19:41: Dann hätte man dieses ökologische Biotop auf dem lauter Autos stünden mit einem Holzkohlenstoffspeicher oben drauf zu sein.

00:19:47: Was

00:19:47: wäre die viel bessere Lösung?

00:19:49: Auf jeden Fall!

00:19:50: Was sind Ihre persönlichen Highlights aus der Praxis?

00:19:52: Sie arbeiten auch zusammen mit Ramona Schwerthelgern im Architekturbüro und was würden sie sagen?

00:19:58: Was hat sie da am meisten beeindruckt von den Projekten, die sie dir selbst entworfen und hergestellt haben?

00:20:04: Also eine sehr intensive Erfahrung war auf jeden Fall der Bau des Skaljo in Heilbronn.

00:20:09: Da haben wir das erste Hochhaus Deutschlands errichtet, in Holzbauweise.

00:20:14: Das war natürlich super spannend und eine ganz aufregende Zeit, dass das Wirklichkeit wurde was wir da geplant hatten und eben erstmals über die Hochhausgrenze gekommen sind.

00:20:25: Eine weitere sehr intensive Erfahrung war die Errichtung der Universität Wilkenherdecke.

00:20:52: Das war ein sehr interessanter Prozess, auch ein sehr intensiver Prozess mit der Bauherrschaft.

00:20:57: ambitioniert war und die hat.

00:20:58: zum Beispiel, als wir entschieden haben wie die Fassade behandelt wird ist einfach eine Lärchenfassade.

00:21:03: Aber es ging um die Frage ob die vorvergraut wird oder nicht.

00:21:07: Vorvergraut bedeutet man greift der natürlichen Vergrauung vor und streicht sie mit Pigmenten schon vorher grau.

00:21:14: Und die Universität hatte sich aber dazu entschlossen das nicht zu tun sondern den gesellschaftlichen Wandel, den sie in der Gesellschaft gesehen hatte auch am Bauwerk zu visualisieren und geschehen zu lassen und nicht zu egalisieren.

00:21:30: Und das fand ich sehr gut!

00:21:32: Im Moment haben wir eine Vielzahl an Projekten zum Beispiel, stocken wir gerade ein Kita-Gebäude in Berlin auf im Betrieb.

00:21:40: Also die Kinder laufen unten und spielen und die laufen natürlich nicht über die Baustelle aber immer wenn wir die Bauestelle betreten über den Innenraum Passieren wir sozusagen die Wege der Kinder.

00:21:51: Das ist immer eine sehr intensive Erfahrung, weil einfach sich da zwei Welten so treffen und die bekommen oben einen Sportraum.

00:21:59: Das sind wir kurz vor Fertigstellung.

00:22:01: Da bin ich sehr gespannt wie das ausgeht und wie die Kinder das dann wahrnehmen?

00:22:05: Also ich sehe schon, wir müssen einige Show Notes heute mit bereitstellen, weil sie von so vielen interessanten Projekten sprechen – Wittenherde, Kiskayo, die Holzbaupreise.

00:22:17: Also so viel sei schon mal gesagt, da gibt es diesmal auch fehlenden Shownots zu entdecken.

00:22:21: Herr Lager sie sind bundesweit in der Holzbauszene unterwegs.

00:22:25: Gibt es da eigentlich regionale Unterschiede, also was unterscheidet zum Beispiel den Südwesten von anderen Regionen?

00:22:30: Also ich komme mal aus Niedersachsen.

00:22:32: Deswegen tut's mir immer weh aber ich kann nicht umhin festzustellen dass die Qualitäten erfüllend in Pferden, Württemberg und Bayern einfach höher ist, die Handwerksqualität als im Norden.

00:22:41: Woran auch immer das liegt, aber darauf müssen wir vielleicht hier nicht eingehen.

00:22:45: Insofern ist da erstmal ein Unterschied zu verzeichnen.

00:22:48: Den sieht man natürlich auch an dem Zahlen der fertiggestellten Holzbau.

00:22:53: Projekte langsam ziehen natürlich die Bundesländer im Norden auch nach und es gibt natürlich auch dort Beispielprojekte, die von sehr hoher Qualität sind.

00:23:03: Wahrscheinlich das neben wirtschaftlichen Aspekten auch an der gewachsenen Handwerkskultur, die natürlich im Alpinenraum eher mit Holzbau zu tun hatte.

00:23:12: seit je her als es in Norden in den sogenannten Klinkerwändern der Fall ist Genau, dann gibt es natürlich lokale Spezialitäten noch.

00:23:20: wie kann gerade aus Thüringen berichten.

00:23:22: Da gibt es das Bündnis Holzeinzwanzig Regio zum Beispiel.

00:23:26: dort geht es darum die Wertschöpfungskette die da sehr komplett auf sehr kleinem Raum abzubilden ist, von der Forstwirtschaft bis eben in den Holzbaubetriebe geht es darum die zu vernetzen und abzubilde.

00:23:37: Und auch kleinere Firmen, die zwar alle eben nicht besonders groß sind als Firma aber sehr spezialisiertes Wissen und Fertigkeiten haben, die miteinander zu vernetzen und so schlagkräftiger zu machen.

00:23:50: Da gibt es solche Bestrebungen was ganz interessant ist.

00:23:53: Das Holz-Irwweimer haben sich zum Beispiel gerade zum sogenannten Coa Bündnis KHOR zusammengetan.

00:24:01: CoA bedeutet Kompetenzzentrum Holzbau nach Achsen-Rohstoffe, was eben die gesamte Wertschöpfungskette abzubildend sucht.

00:24:09: Es gibt die Länderinitiativen.

00:24:12: wir auch hier im Baden-Württemberg Vorreiterin, die Holzbauinitiative.

00:24:16: das gibt es natürlich mittlerweile in vielen Ländern und sie haben natürlich alle regionale, soll ich mal besonder halten.

00:24:22: Dann gibt es in Berlin zum Beispiel, wo wir sehr viel tätig sind.

00:24:26: Mittlerweile auch das Erkennen des Potenzials des Kiefernwaldes der Berlin umgibt.

00:24:33: Insofern gibt es da nun auch erste Sägewerke die sich der Kiefer nahezu ausschließlich widmen und auch Projekte die Kiefernholz verbauen.

00:24:41: Aber was würden Sie sagen?

00:24:42: Was ist so die Besonderheit des Südwestens?

00:24:44: Gibt's eine bestimmte Verwendung von Holzarten?

00:24:47: Eine bestimmte Art... der Konstruktion, der Verbindungen oder... Was

00:24:51: man dem zusagen kann ist dass man sehr innovationsfreudig ist im Südwesten.

00:24:56: Das führt zum Beispiel dahin das man im Moment gerne Laubholz in die Verwendung nimmt was deutschlandweit eher Novum ist.

00:25:04: es liegt da und Auch wir an der Fachhochschule Erfurt, auch wir im Büro Forschungsprojekte schon zur Verwendung von Laubholz gemacht haben.

00:25:13: Ausgehend oder gefördert von der Holzbauoffensive was wiederum zurückzuführen ist auf das gerade in Zukunft höhere Vorkommen der Buche oder des Laubholtes generell.

00:25:23: da gibt es neben unseren noch zahlreiche andere Projekte die sich dem Thema widmen.

00:25:27: also das kann man schon sagen dass es in Baden-Württemberg leicht zu sein scheint Innovationen auch anzuwenden.

00:25:33: Können Sie das vielleicht genauer erläutern?

00:25:35: Also zu was forschen sie da an der Hochschule.

00:25:37: Es geht um... Vermehrten-Einsatz von Laubholzern?

00:25:40: Klar, wir müssen die Wälder umbauen.

00:25:41: Wir müssen sie klimastabil und klimaresistenter kriegen.

00:25:44: Das wird einhergehen damit das natürlich mehr Laubholtzanteil entsteht.

00:25:48: Und wie sieht dieses Projekt konkret aus?

00:25:50: Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen insofern kann ich es jetzt hier noch nicht so richtig erläutern.

00:25:54: aber im Projekt geht es darum Produkte zu untersuchen, Produktmöglichkeiten zu untersuchen, die mit Laubholm eben auch herstellbar sind.

00:26:02: Wir untersuchen parallel wo die Kohlenstoff Flüsse überhaupt sind in einem anderen Projekt.

00:26:07: Also fallen die beim Transport an oder bei der Konfektionierung, also in den Sägewerken, die ja zum Beispiel bei Buchen- oder Laubholz generell ganz anders zu Buche schlagen als bei weichem Nadelholz.

00:26:19: Alle handwerklichen Betriebe müssen sich auf viel mehr Abstumpfung ihrer Schnittwerkzeuge und so das herstellen, als dass es bei Nadelhorz der Fall ist.

00:26:26: Und diese Aspekte untersuchen wir irgendwie.

00:26:28: Komisch und zur Abschlussfrage.

00:26:30: Als Architekt sind sie es ja gewohnt eigentlich zu gestalten oder auch neue Wege zu gehen, neue Wegen zu suchen.

00:26:38: wenn Sie ein Zukunftsbild unserer gebauten Umwelt entwerfen könnten?

00:26:44: Wie würde das aussehen?

00:26:45: Dazu muss ich zunächst beantworten dass ich ja geprägt bin als Architek in einer Zeit in der wir sagten Geld spielt keine Rolle bei dem Wunsch in der das Geld eine sehr zentrale Rolle spielt und das meiste Geld ist in der Lohnarbeit verhaftet.

00:26:59: Und das bedeutet, dass die Gebäude, die wir uns ausdenken eigentlich nur eine Chance auf Realisierung haben wenn sie sehr simpel sind und auch sehr simpelt herzustellen sind.

00:27:08: Das heißt all unsere Gedanken, all unser Schaffen kursiert um dieses Ziel der Einfachheit und ich glaube nicht immer, dass Simpelste einfachste die beste Lösung ist sondern... dass es manchmal auch mehr Mühe kosten darf, auch gerne mehr handwerkliche Mühe.

00:27:24: Ergo-Mehrgeld um einen guten Raum, gute Architektur, gute Projekte herzustellen und ich würde mir nicht zukommen wünschen wo.

00:27:32: das kann ja auch eine Form von Engagement sein.

00:27:34: Das ist vielleicht nicht jede Stunde bezahlt sein muss.

00:27:37: man kennt das im Diskurs.

00:27:38: in dem Architektordiskurs gibt's eine Menge sogenannte Selbstbauprojekte oder sowas.

00:27:43: das meine ich nicht aber ich meine wir müssen uns mehr Mühen geben mit dem was wir tun damit es auch schöner wird.

00:27:50: Weil die Schönheit und der Raum, der in unserer Disziplin eben entsteht hat eine höhere Wertigkeit als der Erstellungspreis den wir dafür aufrufen müssen.

00:27:59: Und das würde ich mir wünschen dass das Wahrnehmung findet und eine größere Rolle spielt denn das was wir schaffen steht ja in der Regel auch länger als wir selber leben.

00:28:10: also das ist einfach mit dem was wir da machen gestalten wir die Umwelt für ne Vielzahl an Jahren wenn nicht Jahrhunderten.

00:28:19: Dem wird glaube ich das Engagement und das Geld, was wir im Moment da reinstecken nicht gerecht.

00:28:23: Jetzt will ich nicht sagen dass das Bauen noch teurer werden soll oder muss.

00:28:27: Ich will nur sagen Wir müssen uns mehr Mühe damit geben schöne Sachen zu bauen die auch die Schönheit als Wert anerkennen und gelten lassen.

00:28:35: Was

00:28:35: macht für Sie ein Bauwerk schön?

00:28:37: Wie würden sie das definieren?

00:28:38: Das kann ich so pauschal nicht sagen.

00:28:41: ist beim einen Bauwerk so, bei dem anderen Bauwerk?

00:28:43: aber in der Regel sieht man ob sich Leute dabei Gedanken gemacht haben und zwar vom Entwurf bis zur Ausführung oder eben nicht.

00:28:51: Und es kann auch dass ein profanes Gebäude eben eine Schönheit hat.

00:28:56: Ich würde sagen, der erste Schlüssel zur Schönheit ist so in der Proportion des Gebäudekörpers einfach.

00:29:01: Das sieht man mit einem Blick ob das eine schöne Proportion ist oder eben nicht und das hat nicht nur mit subjektiven Erleben von Schönheits zu tun sondern natürlich auch mit Proportionslehre usw.

00:29:13: Genau da fängt es an also sozusagen in der städtebaulichen Setzung aber es geht dann natürlich bis ins Detail was man wahrnimmt kurz bevor man sie anfassen kann.

00:29:21: Herr Lager, vielen Dank!

00:29:22: Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben.

00:29:24: Für die Einblicke, die sie uns gegeben haben.

00:29:27: Schön, dass Sie da waren.

00:29:29: Bleiben Sie dran und freuen Sie sich auf

00:29:31: die

00:29:32: nächste Podcast-Folge über die Klimaschützer Wald & Holz.

00:29:37: Unser Holz – Gut fürs Klima gut für Dich ein Podcast des Ministeriums für ländlichen Raum Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg.

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